GLB Wien bei der 174. Vollversammlung der Wiener AK

Glb Wien • 16. November 2020

Unter Einhaltung eines umfangreichen COVID-19 Konzeptes fand zum Faschingsbeginn am 11.11.2020 die 174. Vollversammlung der AK Wien in einer ehemaligen Halle der Anker-Bäckerei statt. Zum Lachen war jedoch niemand zumute – und so begann die Vollversammlung mit einer Gedenkminute für alle Opfer des Terroranschlages in Wien. 

Die Folgen der Pandemie waren dann auch Thema im Bericht der Präsidentin, Renate Anderl – unter anderem gab es Kritik daran, dass die Bundesregierung erst jetzt die Bekämpfung der Arbeitslosigkeit zu einem ihrer Schwerpunkte macht. Dringend notwendig ist auch eine deutliche Erhöhung des Arbeitslosengeldes. Renate Anderl erinnerte auch an die immer wieder erfolgten Angriffe auf die Arbeiterkammer und betonte, dass gerade diese seit 100 Jahren ein Anker für die Beschäftigten ist – und dies auch die nächsten 100 Jahre so sein wird.


Als Ersatz für Rabiye Aslan wurde Patrick Kaiser als AK-Rat des GLB zu Beginn der Vollversammlung angelobt. Patrick Kaiser ist Personalvertreter und Krankenpfleger auf einer Intensivstation im Krankenhaus Nord, das jetzt als COVID-19 Station geführt wird. In seinem Redebeitrag erinnerte er daran, dass bereits mit der Etablierung von Pflegefachassistent*innen der Dequalifizierung im Pflegebereich Tür und Tor geöffnet wurde. 


In kaum einem anderen industrialisierten Land dürfen Pflegekräfte unter 3 Jahren Ausbildung Patient*innen am Bett betreuen – gegen die immer wieder angedachte Pflegelehre sind sowohl Pflegeexpert*innen als auch das Personal. Viele Studien zeigen, dass mit der Höhe der Ausbildung auch die Zahl der überlebenden Patient*innen steigt.


„Wir, die professionellen Pflegekräfte, brauchen keinen Applaus. Wir brauchen gute Arbeitsbedingungen, noch bessere Ausbildung und dementsprechende Entlohnung“, so Patrick Kaiser. 


Entschieden abgelehnt wird jene Passage in der letzten Schutzmaßnahmen-Verordnung, nach der Beschäftigte in Krankenanstalten und Pflegeheimen oft auch dann arbeiten „dürfen“, wenn sie auf Corona positiv getestet werden. 


„Wenn wir nun noch krank arbeiten gehen sollen, gefährdet das nicht nur die im Gesundheitswesen tätigen Menschen, sondern auch die Patient*innen“, so Patrick Kaiser, der sich auch entschieden für eine deutliche Arbeitszeitverkürzung im Bereich der Gesundheitsberufe, aber natürlich auch generell ausspricht. 


Neben der Wahl einer Vizepräsidentin stand u.a. auch der Rechnungsabschluss für das Jahr 2019 sowie der Budgetvoranschlag für 2021 auf der Tagesordnung. 


Angenommen wurde der Antrag des GLB gegen die Einführung der „Pflegelehre“ sowie ein Antrag, der sich dafür einsetzt, dass notwendige psychotherapeutische Behandlungen stattfinden, ohne dass dafür jenen, die das brauchen, Kosten entstehen. 


Dem Ausschuss „Soziales“ zugewiesen wird ein GLB-Antrag für ein Maßnahmenpaket gegen Jugendarbeitslosigkeit sowie Anträge, sich für die Einführung zusätzlicher gesetzlicher Feiertage am 8. März (Internationaler Frauentag) und am 8. Mai (Tag der Befreiung) einzusetzen. 


Neben einem aufgrund des grauenvollen Terroranschlags zustande gekommenen gemeinsamen Antrag, in dem die AK ihren Einsatz für Frieden und Demokratie betont, wurden auch gemeinsame Anträge von FSG, ÖAAB, FA, der ARGE und des GLB zum Gesundheitssystem sowie von AUGE/UG, FSG, GLB und KOMintern zur Solidarität mit dem Ernst-Kirchweger-Haus beschlossen.


Die Anträge des GLB können sie hier lesen


Den Link zum Stream der AK-Vollversammlung gibt es hier

GLB Wien

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Wir freuen uns über interessierte und kämpferische Lohnarbeitsabhängige Menschen! Sei dabei, diskutiere und plane mit uns konkrete Aktivitäten! Anschließend gemütliches Zusammensein. Offenes Treffen des GLB Wien: Thema: Branchenreporte und KV-Verhandlungen im Wissenschaftsbereich. Kurzer Input von GLB-Gewerkschafter:innen und anschließende Diskussion. Die., 20.1. ab 18:30 im Werkl im Goethehof (Schüttaustraße 1-39, 1220 Wien - U1 Kaisermühlen, 5 Minuten Fußweg - Gassenlokal mit Roter Eingangstüre am Goethehof)
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Sozialabbau bedeutet Klassenkampf von oben. Das können wir so nicht mehr länger hinnehmen! Massive Einsparungen bei der Behindertenhilfe, der Sozialhilfe und in allen anderen sozialen Bereichen bringen Verelendung und soziale Probleme. Aber auch das Gesundheitssystem soll neoliberal kaputtgespart werden: Weitere 800 Betten in den Krankenhäusern Wiens werden eingespart, als Ersatz dafür soll es Telemedizin und privat geführte "Gesundheitszentren" geben.
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Am Freitag, den 14.11. präsentiert die Stadtregierung ein Budget, in dessen Rahmen etwa die Mindestsicherung für Kinder gekürzt und für subsidär Schutzberechtigte ganz abgeschafft werden soll. Quer durch den Sozialbereich werden Projekte eingestellt und Leute gefeuert, von der Drogen- und Suchthilfe bis zu Deutschkursen. Den Obdachloseneinrichtungen wird sogar das warme Mittagessen gestrichen. Alle jetzt schon angekündigten Kürzungen hier zu erwähnen würde den Rahmen sprengen, aber kurz lässt sich sagen: *Zehntausende Menschen sind durch dieses Budget akut von Armut und Elend bedroht* Auch im WiGeV soll gespart werden, nachdem dort bereits durch das aufgeschnürte Gehaltsgesetz massive Reallohnverluste, auch für die Pflege, real sind. In den anderen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge sieht es nicht anders aus, Mistkübler, Hausbetreuer:innen, Sozialarbeiter:innen, etc. Weitere Einsparungen sind in Planung. Wir wollen das nicht hinnehmen, *daher raus auf die Straße*. Wir werden bei der *Verkündung des Budgets der Stadt Wien* am *Freitag dem 14.11. ab 08:30 bei der Lichtenfelsgasse 2 (Rathaus)* der Stadtregierung richtig einheizen. Das wird nur der erste Schritt sein. Wir, das Bündnis SoWi_So - Solidarischer Widerstand gegen Sozialkürzungen , planen für die kommenden Monate weitere Aktionen, etwa eine Konferenz gegen die Kürzungen und Demonstrationen. Komm am Freitag, nimm alle mit die du kennst und die Zeit haben. Melde dich wenn du mit uns aktiv werden willst: sowiso.wien@gmail.com 
von Glb Wien 5. November 2025
Anlass für das Thema war das 100-jährige Jubiläum des Frauenreferats, gegründet von Käthe Leichter, damals wie heute mit der Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit. Die schwierige Vereinbarkeit von Lohnarbeit und Sorgearbeit gipfelt in der hohen Teilzeitquote bei Frauen. Dies ist kein privates, sondern ein systemisches Problem. Der GLB unterstützt die Gleichstellung, beispielsweise durch die Forderung nach guten Lohnabschlüssen. Unser Antrag gegen Nulllohnrunden und für eine aktive Lohnpolitik – was gerade in unterbezahlten Branchen Frauen helfen würde – wurde jedoch abgelehnt.