GLB Wien aktiv in der 184. Vollversammlung der Arbeiterkammer Wien

Glb Wien • 5. November 2025

Der Schwerpunkt der AK-Vollversammlung lag diesmal auf Lohntransparenz. Dabei wurde die nach wie vor bestehende Gehaltsschere zwischen Männern und Frauen thematisiert.

Anlass für das Thema war das 100-jährige Jubiläum des Frauenreferats, gegründet von Käthe Leichter, damals wie heute mit der Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit. Die schwierige Vereinbarkeit von Lohnarbeit und Sorgearbeit gipfelt in der hohen Teilzeitquote bei Frauen. Dies ist kein privates, sondern ein systemisches Problem.


Der GLB unterstützt die Gleichstellung, beispielsweise durch die Forderung nach guten Lohnabschlüssen. Unser Antrag gegen Nulllohnrunden und für eine aktive Lohnpolitik – was gerade in unterbezahlten Branchen Frauen helfen würde – wurde jedoch abgelehnt.

Redebeiträge unserer AK-Rät:innen

In seinem Redebeitrag betonte GLB-AK-Rat Oliver Jonischkeit ein Nein zur massiven EU-weiten Aufrüstung, die nur den Profiten der Rüstungsindustrie dient. GLB-AK-Rat Patrick Kaiser kritisierte die Aufrüstung und die grenzenlose Stützung der Profite der letzten Jahre als Ursache für kommende massive Sozialkürzungen. Er bezeichnete auch das Aufmachen des Lohnabschlusses im öffentlichen Dienst mit massiven Reallohnverlusten als fatal.

Unsere Anträge

Ein gemeinsamer Antrag mit anderen Fraktionen, die Dienstgeberabgabe (U-Bahnsteuer für Unternehmer:innen) nach 2012 endlich wieder adäquat zu erhöhen, statt die Jahreskarte und andere Tickets in Wien zu verteuern, wurde ebenso wie der Antrag für erweiterte Rechte für Ersatzbetriebsrät:innen zur weiteren Diskussion zugewiesen.


Ebenfalls an einen Ausschuss überwiesen wurde die Forderung nach einer Anhebung der Verjährungsfrist und einem Verbot von Verfallsklauseln bei ausstehenden Gehältern. Leider abgelehnt wurden nicht nur das Anliegen, den geringfügigen Zuverdienst sozialversicherungspflichtig zu machen, sowie ein Antrag gegen die massive EU-weite Aufrüstung. Diese Ablehnungen zeugen von dem nicht immer fortschrittlichen Charakter der FSG-dominierten Vollversammlung.

Spannend: Gratiskindergarten abgelehnt

Extrem spannend war, dass auch die FSG-Mehrheitsfraktion den Antrag zum Erhalt des Gratiskindergarten in Wien abgelehnt hat. Vorgeschobene Begründung war, dass es ihn ja gibt! Man muss dazu sagen, dass in Wien AK-Anträge und deren Zuweisung bzw. Ablehnung immer die Vorboten der kommenden Politik der Stadtregierung sind. Deshalb müssen wir darauf eingestellt sein, dass diese wichtige sozialpolitische Maßnahme möglicherweise derzeit in Diskussion und Gefahr ist!

GLB Wien weiter aktiv in der AK-Wien

Dank euch können wir weiter in der Wiener AK-Vollversammlung aktiv sein und dort widerständig und sozialpartnerschaftskritisch eure Anliegen vertreten! Mach auch du mit beim GLB!

Unsere Redebeiträge bei der Vollversammlung:

Redebeitrag Oliver Jonischkeit - Youtube Redebeitrag Patrick Kaiser - Youtube

Unsere Anträge an die 184. AK-Vollversammlung Wien im Detail

GLB Antrag 1 - Anhebung der Verjährungsfrist bei ausstehenden Gehaltsbestandteilen und Gehältern sowie gegen Verfallsklauseln - wurde zur Diskussion in einen Ausschuss zugewiesen.

Antrag 1

GLB Antrag 2 - Geringfügigen Zuverdienst sozialversicherungspflichtig machen. Wurde abgelehnt, obwohl ein wichtiges Thema um Altersarmut zu verringern.

Antrag 2

GLB Antrag 3 - Gemeinsam mit LINKS und KomIntern - Dienstgeberabgabe (U-Bahnsteuer) erhöhen statt Öffi-Tickets verteuern. Dieser Antrag wurde ebenso einem Ausschuss zugewiesen, wo wir hoffentlich die Sinnhaftigkeit dieses Vorschlages überzeugend vertreten können.

Antrag 3

GLB Antrag 4 - Erweiterte Rechte für Ersatzbetriebsrätinnen und Ersatzpersonalvertreterinnen. Dieser wichtige Antrag soll gleiche Rechte und Bildungsmöglichkeiten für Ersatzbetriebsrät:innen und -personalvertreter:innen wie für Betriebsrät:innen und Personalvertreter:innen fördern, damit sie diese bei Bedarf gleichwertig ersetzen können und keine Repressionen der Arbeitgeber befürchten müssen. Auch dieser Antrag wurde einem Ausschuss zugewiesen, in dem wir gehört werden und dieses Anliegen vehement vertreten werden.

Antrag 4

GLB Antrag 5 - ÖBB Tickets dürfen am Schalter und am Automaten nicht teurer sein als online. Dieser Antrag ist von einer Aktivist:in angestossen worden. Wir freuen uns auf Inputs in die AK-Vollversammlung. Erfreulicherweise wurde er angenommen und ist nun Teil der Position der AK-Wien.

Antrag 5

GLB Antrag 6 - Gratis-Kindergarten in Wien erhalten und ausbauen. Dieser Antrag wurde von der FSG als Mehrheitsfraktion spannenderweise abgelehnt. Wir denken, dass diese wichtige soziale Leistung derzeit wirklich in Gefahr ist!

Antrag 6

GLB Antrag 7 - Für ein soziales Europa – Nein zur massiven EU-weiten Aufrüstung durch Readiness 2030. Unsere weitere Initiative gegen EU-weite Aufrüstung mit Beteiligung des neutralen Österreichs bei massiven Einsparungen im sozialen Bereich wurde leider von der AK-Wien abgelehnt!

Antrag 7

GLB Antrag 8 - Forderungstext: "Die 184. Vollversammlung der AK Wien steht für eine offensive Lohnpolitik ! Damit ist nicht nur den Beschäftigten, sondern der gesamten Gesellschaft geholfen. Die Arbeiterkammer Wien tritt für eine offensive Lohnpolitik ein und spricht sich gegen Reallohnverluste aus. Sie steht konsequent ausschließlich auf der Seite ihrer Mitglieder und unterstützt deren Proteste und Kampfmaßnahmen mit den ihr zur Verfügung stehenden Mitteln."

Auch dieser Antrag wurde von der FSG-Mehrheit abgelehnt. Es soll scheinbar weiter eine Sozialpartnerschaft gefördert werden, die die Machtverhältnisse zugunsten der Bosse ignoriert und gewerkschaftliche Kampfmaßnahmen nicht einmal als letztes Mittel des Widerstands unterstützen will.

Antrag 8

GLB Wien

von Glb Wien 10. März 2026
Am 17.3 findet im ÖGB eine Kuba Solidaritätsveranstaltung statt, bei der der GLB Mitveranstalter ist und zu der wir euch einladen möchten. Kubanische Musik und Ansprachen · Hände weg von Kuba, Schluss mit der US-Blockade · Völkerrecht statt Faustrecht · Das neutrale Österreich darf nicht schweigen Beginn ist um 19:00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr) im ÖGB Haus Catamaran im Wilhelmine-Moik-Saal: Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien (U2 Donaumarina)
Trotz vieler Demonstrationen und punktueller Streiks gibt es i
von Glb Wien 9. Februar 2026
Diskutieren und Planen: Trotz Demonstrationen und Streiks gibt es im Sozialbereich KV-Abschlüsse, die wir als kämpferische Gewerkschaftsorganisation nicht gutheißen. Die., 17. 2 ab 18:30 im Werkl im Goethehof (1220 U1 Kaisermühlen).
von Glb Wien 4. Februar 2026
Antifaschistische Demonstration: 12. Februar: „Tag des Aufstands gegen den Austrofaschismus“ Gedenken heißt kämpfen! Der 12. Februar muss als „Tag des Aufstands gegen den Austrofaschismus“ ein gesetzlicher Feiertag werden. Das Bündnis 12. Februar setzt sich für eine breite gesellschaftliche Verankerung des positiven Bezugs zu diesem antifaschistischen Kampf ein. Do, 12.2.2026, 18.00 U3 Kardinal-Nagl-Platz, 1030 Wien Österreich 1933/34 – Eine politische Zäsur im europäischen Kontext Werner Anzenberger, Heimo Halbrainer, Hans-Peter Weingand (Hg.) Buchpräsentation mit den Herausgebern, anschließend Diskussion Moderation: Bündnis 12. Februar Über 90 Jahre ist es her, dass die autoritäre Revolution – die systematische Aushöhlung von Demokratie und Rechtsstaat durch rechtsextreme politische Kräfte – in der Errichtung der austrofaschistischen Diktatur 1933/34 einen ersten Höhepunkt fand. Der Aufstand von Teilen der Arbeiterschaft gegen diesen Putsch auf Raten im Februar 1934 scheiterte bereits nach wenigen Tagen. Montag 9. Februar 2026, 18:30, FAKTory, Universitätsstraße 9, 1010 Rostrot das Pflaster Literatur zum 12. Februar 1934 - Doris Dornetshuber liest aus Anna Seghers „Der Weg durch den Februar“ Robert Reinagl rezitiert zwei Gedichte von Erich Weinert (Audioeinspielung) Paul Ferstl liest aus seinem Roman „Rostrot“ Samstag 14. Februar 2026, 18:00 Pankahyttn, Johnstraße 45, 1150 Wien
von Glb Wien 28. Januar 2026
Sozialarbeit ist systemrelevant – aber noch immer unterbezahlt und zu wenig wertgeschätzt, wie der aktuelle SWÖ-KV-Abschluss zeigt. Viele Gehälter im SWÖ-Bereich liegen weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt, während die Lebenshaltungskosten explodieren. Teilzeit, vor allem bei Frauen, ist oft keine Wahl, sondern Notwendigkeit – und reicht immer weniger zum Leben. Arbeitsverdichtung, Personalmangel und chronische Überlastung sind längst Alltag. Mit diesem KV-Abschluss wird es nicht gelingen, neue Kolleg:innen zu gewinnen oder das bestehende Personal zu halten. Eine weitere Arbeitszeitverkürzung wäre dringend nötig – für Gesundheit, Qualität und Zukunft des Sozialbereichs. Wir verstehen den Unmut über das Verhandlungsergebnis und fordern eine Urabstimmung des ÖGB. Gerade in solchen Situationen zeigt sich, dass wir kämpferische und solidarische Fraktionen in den Gewerkschaften brauchen. 👉 Jetzt nicht austreten, bei uns melden und gemeinsam kämpfen, gemeinsam verändern!
von Glb Wien 10. Januar 2026
Wir freuen uns über interessierte und kämpferische Lohnarbeitsabhängige Menschen! Sei dabei, diskutiere und plane mit uns konkrete Aktivitäten! Anschließend gemütliches Zusammensein. Offenes Treffen des GLB Wien: Thema: Branchenreporte und KV-Verhandlungen im Wissenschaftsbereich. Kurzer Input von GLB-Gewerkschafter:innen und anschließende Diskussion. Die., 20.1. ab 18:30 im Werkl im Goethehof (Schüttaustraße 1-39, 1220 Wien - U1 Kaisermühlen, 5 Minuten Fußweg - Gassenlokal mit Roter Eingangstüre am Goethehof)
Auch der GLB Wien ist Teil des Bündnisses SoWi_So und unterstützt die Proteste gegen die Spardiktate
von Glb Wien 9. Dezember 2025
Auch der GLB Wien ist Teil des Bündnisses SoWi_So und unterstützt die Proteste gegen die Spardiktate der Wiener Stadtregierung.
von Glb Wien 23. November 2025
Deshalb gehen Menschen aus Pflege- und Sozialberufen am Mi., den 26.11. auf die Straße. Gemeinsam für gute Löhne, genug Personal, Arbeitszeitverkürzung bei vollem Lohnausgleich und echte Wertschätzung! Demos am Mi., den 26.11. 2025: ab 12:30 vor dem Parlament in Wien ab 14h Platz der Menschenrechte Sei dabei, mach mit! 
von Glb Wien 21. November 2025
Wir machen den roten Krampus und feiern am Fr., den 5.12.25, ab 18:30 im Werkl im Goethehof, Schüttaustraße 1-39, 1220 Wien (U1 Kaisermühlen) Für Speis und Trank ist gesorgt, bring gute Laune mit!
von Glb Wien 15. November 2025
Sozialabbau bedeutet Klassenkampf von oben. Das können wir so nicht mehr länger hinnehmen! Massive Einsparungen bei der Behindertenhilfe, der Sozialhilfe und in allen anderen sozialen Bereichen bringen Verelendung und soziale Probleme. Aber auch das Gesundheitssystem soll neoliberal kaputtgespart werden: Weitere 800 Betten in den Krankenhäusern Wiens werden eingespart, als Ersatz dafür soll es Telemedizin und privat geführte "Gesundheitszentren" geben.
von Glb Wien 11. November 2025
Am Freitag, den 14.11. präsentiert die Stadtregierung ein Budget, in dessen Rahmen etwa die Mindestsicherung für Kinder gekürzt und für subsidär Schutzberechtigte ganz abgeschafft werden soll. Quer durch den Sozialbereich werden Projekte eingestellt und Leute gefeuert, von der Drogen- und Suchthilfe bis zu Deutschkursen. Den Obdachloseneinrichtungen wird sogar das warme Mittagessen gestrichen. Alle jetzt schon angekündigten Kürzungen hier zu erwähnen würde den Rahmen sprengen, aber kurz lässt sich sagen: *Zehntausende Menschen sind durch dieses Budget akut von Armut und Elend bedroht* Auch im WiGeV soll gespart werden, nachdem dort bereits durch das aufgeschnürte Gehaltsgesetz massive Reallohnverluste, auch für die Pflege, real sind. In den anderen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge sieht es nicht anders aus, Mistkübler, Hausbetreuer:innen, Sozialarbeiter:innen, etc. Weitere Einsparungen sind in Planung. Wir wollen das nicht hinnehmen, *daher raus auf die Straße*. Wir werden bei der *Verkündung des Budgets der Stadt Wien* am *Freitag dem 14.11. ab 08:30 bei der Lichtenfelsgasse 2 (Rathaus)* der Stadtregierung richtig einheizen. Das wird nur der erste Schritt sein. Wir, das Bündnis SoWi_So - Solidarischer Widerstand gegen Sozialkürzungen , planen für die kommenden Monate weitere Aktionen, etwa eine Konferenz gegen die Kürzungen und Demonstrationen. Komm am Freitag, nimm alle mit die du kennst und die Zeit haben. Melde dich wenn du mit uns aktiv werden willst: sowiso.wien@gmail.com