Kritischen Personalvertreter bei der Wiener Berufsrettung kündigen: GEHT GAR NICHT!

Glb Wien • 18. November 2020

Am Rande des traurigen Terroranschlages in der Wiener City ereignet sich still ein weiteres Drama. Andreas P., Personalvertreter bei der Wiener Rettung äußerte im ORF live Bedenken, ob die Wiener Rettung auf solche Notfälle vorbereitet sei, und ob sie überhaupt noch ihren Versorgungsauftrag erfüllen könne. Nun soll er gekündigt werden.

Die Arbeitsbedingungen bei der Wiener Berufsrettung sind weiterhin fragwürdig, und der Kollege äußerte seine Besorgnis, wie schon immer wieder in den Monaten zuvor. Wir erinnern uns alle noch gut an die Zeitungsmeldung 2017, dass zur Silvesternacht dieses Jahres nur 2 Notärzte in der ganzen Stadt im Dienst waren. Aktuell gibt es laut der Kronen Zeitung interne Schreiben über Befehle und Dienstanordnungen zu zwangsweisen Zusatzdiensten für SanitäterInnen. Die Rede ist von „Lücken auffüllen“, die „sicher nicht“ in der politischen Verantwortung der zuständigen Stellen liegen. Zwar wurden neue Dienstposten geschaffen, aber diese reichen scheinbar bei Weitem nicht aus in einer immens gewachsenen Stadt.


Zum konkreten Fall des Terrorabends appellierte der Kollege an die MitarbeiterInnen, sich aus der Freizeit in den Dienst zu stellen. In einem späteren Interview mit dem Chef der Wiener Rettung wurde bestätigt, dass sich viele SanitäterInnen freiwillig dienstbereit gestellt haben. Die Frage stellt sich: Lag dies vielleicht doch am Appell des Personalvertreters?


Nun wurde dem gewählten ArbeitnehmerInnenvertreter offiziell das Mandat entzogen und er muss vor dem Arbeitsgericht seine Kündigung bekämpfen, mit wenig Aussicht auf Erfolg. Wie Gesundheitsstadtrat Hacker so schön sagt (siehe Kronen Zeitung vom 4.11.): „Wer in einer solchen Situation nicht weiß, wie er sich verhalten soll, da erübrigt sich jedes Kommentar“.


Wir meinen: Jedes Kommentar erübrigt sich, wenn kritische Stimmen der ArbeitnehmerInnenvertretung im öffentlichen Dienst von der Politik stummgeschaltet und gekündigt werden.


Der GLB Wien fordert deshalb sowohl die Gewerkschaft Younion, als auch die AK Wien dazu auf, sich für den Kollegen einzusetzen und bessere Arbeitsbedingungen für das Personal im öffentlichen Rettungswesen zu verhandeln!

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