GLB bei der Kundgebung gegen den Faschismus
Glb Wien • 10. November 2019
Die Kundgebung und Mahnwache beim ehemaligen Aspangbahnhof, von dem ca. 50.000 Menschen meist in den sicheren Tod deportiert wurden, war wieder beeindruckend - immer mehr Menschen nehmen daran teil und geben Hoffnung beim Kampf gegen Faschismus und Krieg.
Redebeitrag von Oliver Jonischkeit, GLB-Bundessekretär im ÖGB
Liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Anwesende,
viele von euch sind mit den Wiener Linien zu dieser so wichtigen Veranstaltung gekommen - ich möchte daher einigen Straßenbahnern einen Namen geben, die von Deportationen betroffen waren:
Erstes Opfer der Shoah war der aus der Oberbauwerkstätte stammende Schlosser Eduard Schleifer. Er wurde bereits am 19.2.1941 in das im Südosten von Polen gelegene Ghetto Kielce deportiert, wo sich seine Spur verliert. Ebenfalls unbekannt ist das Todesdatum des pensionierten Schaffners Isidor Oster, der im April 1942 gemeinsam mit etwa 1000 Wiener Juden nach Wlodawa, einer Stadt im äußersten Osten Polens deportiert wurde und wahrscheinlich im Vernichtungslager Sobibor umkam. Die Pensionisten Adolf Rechnitzer und Josef Salner wurden am 14.7.1942 ins KZ Theresienstadt deportiert. Josef Salner kam dort am 30.4.1944 ums Leben. Adolf Rechnitzer wurde am 21.9.1942 von Theresienstadt ins Vernichtungslager Treblinka überstellt, wo er den Tod fand. Ebenfalls nach Theresienstadt deportiert wurde der 1938 entlassene Schaffner Oskar Ferstl. Er wurde am 29.9.1944 nach Auschwitz überstellt und kam dort ums Leben. Sein genaues Todesdatum ist, wie bei vielen anderen, die in die Vernichtungslager kamen, unbekannt.
Jetzt möchte ich einen Sprung ins Jahr 2019 unternehmen - in die erste Septemberwoche:
1.9.2019: der Kärntner FPÖ-Chef Gernot Darmann fordert, dass Drogendealer in Gefängnissen ihre Zellen "mit der Zahnbürste" putzen sollen.
1.9.2019: der oberösterreichische FPÖ-Landesrat Wolfgang Klinger erklärt, dass er "Mischkulturen nicht vorteilhaft" findet.
2.9.2019: bekannt wird, dass in der Facebook-Gruppe "Freiheitliches Forum" FPÖ-Politiker gemeinsam mit Holocaust-Leugnern aktiv sind.
7.9.2019: die Wiener Stadträtin Ursula Stenzel marschiert mit Identitären durch die Wiener Innenstadt.
Das zeigt, wie wichtig der Kampf gegen Rechtsextremismus nach wie vor ist.
Abschließend: es ist klar, dass es keinen Dialog mit Nazis geben kann, diese und deren Ideologie gehören bekämpft.
Wenn wir aber in unseren Betrieben, in unserer Umgebung hören, dass über Flüchtlinge, über Asylwerberinnen, über Migrantinnen oder andere Gruppen geschimpft wird, sollen wir nicht weg hören oder uns angewidert wegdrehen, obwohl das verständlich wäre - sondern Zivilcourage zeigen und uns einmischen.
In diesem Sinn: nie wieder Faschismus - nie wieder Krieg!
GLB Wien

Am 1. Mai war der GLB Wien sehr aktiv: Zumarsch zur großen Ringdemo vom Praterstern, Teilnahme an der großen Ringdemo ab der Albertina von KPÖ und Bündnispartner:innen sowie bei den Maifesten im Cafe 7Stern und in Favoriten am Reumannplatz. Es gab zwei Reden von Landesvorsitzendem und AK-Rat Patrick Kaiser.

Imperialismus und Krieg dominieren die Weltpolitik. Die Klassenunterschiede vergrößern sich, auch bei uns. Wir müssen gemeinsam aufstehen gegen geopolitische Machtinteressen und kapitalistische Ausbeutung. Echter Frieden ist sozialer Frieden. Und sozialer Frieden ist unvereinbar mit einem System, das auf Konkurrenz, Ausbeutung und Profit basiert. Deshalb gehen wir - auch im Zeichen der desaströsen Sparpakete und fortschreitender Zerstörung der Daseinsvorsorge - am 1. Mai gemeinsam auf die Straße. Aber nicht nur dann!

DEMONSTRATION: NEIN ZU DEN KÜRZUNGEN DER MINDESTSICHERUNG SAMSTAG / 25.4. / 14:00 REUMANNPLATZ - HAUPTBAHNHOF Die Kürzungen der Mindestsicherung treffen die Schwächsten – Menschen in WGs, subsidiär Schutzberechtigte und Kinder. Sie treiben in Armut und nehmen ein würdiges Leben. Komm zur Demo und setz ein Zeichen gegen Sozialabbau! Facebook: https://fb.me/e/5MuQr6Vf8

Am 17.3 findet im ÖGB eine Kuba Solidaritätsveranstaltung statt, bei der der GLB Mitveranstalter ist und zu der wir euch einladen möchten. Kubanische Musik und Ansprachen · Hände weg von Kuba, Schluss mit der US-Blockade · Völkerrecht statt Faustrecht · Das neutrale Österreich darf nicht schweigen Beginn ist um 19:00 Uhr (Einlass ab 18:30 Uhr) im ÖGB Haus Catamaran im Wilhelmine-Moik-Saal: Johann-Böhm-Platz 1, 1020 Wien (U2 Donaumarina)

Antifaschistische Demonstration: 12. Februar: „Tag des Aufstands gegen den Austrofaschismus“ Gedenken heißt kämpfen! Der 12. Februar muss als „Tag des Aufstands gegen den Austrofaschismus“ ein gesetzlicher Feiertag werden. Das Bündnis 12. Februar setzt sich für eine breite gesellschaftliche Verankerung des positiven Bezugs zu diesem antifaschistischen Kampf ein. Do, 12.2.2026, 18.00 U3 Kardinal-Nagl-Platz, 1030 Wien Österreich 1933/34 – Eine politische Zäsur im europäischen Kontext Werner Anzenberger, Heimo Halbrainer, Hans-Peter Weingand (Hg.) Buchpräsentation mit den Herausgebern, anschließend Diskussion Moderation: Bündnis 12. Februar Über 90 Jahre ist es her, dass die autoritäre Revolution – die systematische Aushöhlung von Demokratie und Rechtsstaat durch rechtsextreme politische Kräfte – in der Errichtung der austrofaschistischen Diktatur 1933/34 einen ersten Höhepunkt fand. Der Aufstand von Teilen der Arbeiterschaft gegen diesen Putsch auf Raten im Februar 1934 scheiterte bereits nach wenigen Tagen. Montag 9. Februar 2026, 18:30, FAKTory, Universitätsstraße 9, 1010 Rostrot das Pflaster Literatur zum 12. Februar 1934 - Doris Dornetshuber liest aus Anna Seghers „Der Weg durch den Februar“ Robert Reinagl rezitiert zwei Gedichte von Erich Weinert (Audioeinspielung) Paul Ferstl liest aus seinem Roman „Rostrot“ Samstag 14. Februar 2026, 18:00 Pankahyttn, Johnstraße 45, 1150 Wien

Sozialarbeit ist systemrelevant – aber noch immer unterbezahlt und zu wenig wertgeschätzt, wie der aktuelle SWÖ-KV-Abschluss zeigt. Viele Gehälter im SWÖ-Bereich liegen weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt, während die Lebenshaltungskosten explodieren. Teilzeit, vor allem bei Frauen, ist oft keine Wahl, sondern Notwendigkeit – und reicht immer weniger zum Leben. Arbeitsverdichtung, Personalmangel und chronische Überlastung sind längst Alltag. Mit diesem KV-Abschluss wird es nicht gelingen, neue Kolleg:innen zu gewinnen oder das bestehende Personal zu halten. Eine weitere Arbeitszeitverkürzung wäre dringend nötig – für Gesundheit, Qualität und Zukunft des Sozialbereichs. Wir verstehen den Unmut über das Verhandlungsergebnis und fordern eine Urabstimmung des ÖGB. Gerade in solchen Situationen zeigt sich, dass wir kämpferische und solidarische Fraktionen in den Gewerkschaften brauchen. 👉 Jetzt nicht austreten, bei uns melden und gemeinsam kämpfen, gemeinsam verändern!

Wir freuen uns über interessierte und kämpferische Lohnarbeitsabhängige Menschen! Sei dabei, diskutiere und plane mit uns konkrete Aktivitäten! Anschließend gemütliches Zusammensein. Offenes Treffen des GLB Wien: Thema: Branchenreporte und KV-Verhandlungen im Wissenschaftsbereich. Kurzer Input von GLB-Gewerkschafter:innen und anschließende Diskussion. Die., 20.1. ab 18:30 im Werkl im Goethehof (Schüttaustraße 1-39, 1220 Wien - U1 Kaisermühlen, 5 Minuten Fußweg - Gassenlokal mit Roter Eingangstüre am Goethehof)








