BürgerInneninitiative des ÖGB „Achtung Gesundheit - 5 nach 12“ online unterschreiben. Aber es geht um mehr!
Wir unterstützen natürlich die BürgerInneninitiative der „Offensive Gesundheit“ im ÖGB. Jetzt unterschreiben! Die Proteste des Gesundheitspersonals - auch mit teilweiser Unterstützung der Gewerkschaften - mehren sich. Die Pandemie ist nicht die Ursache, sondern öffnet die Augen für bereits lange bestehende Strukturprobleme. Dafür sind aber auch die Länder und der ÖGB mitverantwortlich. Es braucht viel mehr als Appelle – es braucht Geld und konkrete Maßnahmen!
Was aktuell passiert ist: Shutdown für Spitäler - Klinikum Baden-Mödling bietet nur mehr Notbetrieb, nicht nur in Kärnten gibt es Strukturmängelanzeigen, aus Wien hört man von laufend gesperrte Betten in den Krankenhäusern durch Personalmangel, vor allem auch im Pflegebereich. Dies sind nur die Spitzen von Eisbergen, die ein immer mehr von Einsparungswahn geprägtes Gesundheitswesen mit sich bringt.
Die „Offensive Gesundheit“ im ÖGB hat nun eine parlamentarische BürgerInneninitiative gestartet, wo jeder für gute Arbeit und faire Bezahlung im Gesundheits- und Langzeitpflegebereich unterschreiben kann. Dies ist wichtig, und deshalb unbedingt zu unterstützen! Die BürgerInneninitiative kann unter https://www.parlament.gv.at/PAKT/VHG/XXVII/BI/BI_00042/index.shtml#tab-Uebersicht
elektronisch unterzeichnet werden.
Gerade in der Pflege herrscht immer größerer Personalmangel, es gab ihn aber schon vor der Pandemie. In den letzten Jahren hat sich nichts getan, diesen Umstand zu verbessern. Die herrschende Politik sieht die Gesundheitsversorgung vor allem als Kostenfaktor. Begehrlichkeiten, wie eine weitere Dequalifizierung professioneller Pflegeberufe durch Pflegelehre und den vermehrten Einsatz von Pflegeassistenzberufen sollen weitere Kostendämpfungen auf Kosten der Qualität der Betreuung und Behandlung bringen. Man muss nun wohl nur mehr kurz darauf warten, bis weitere Kompetenzen an Assistenz- und Hilfsberufe delegiert werden, um die Lohnkosten weiter zu drücken. Aber nur genug bestausgebildetes Pflegepersonal rettet Leben, das ist in diversen Studien bewiesen worden!
Die Lösungen der schon seit Jahren bestehenden Pflegekrise wären relativ einfach:
- Deutlich bessere Arbeits- und Ausbildungsbedingungen
- Pflegekompetenz rettet Leben, genug bestausgebildetes Personal in allen Bereichen
- Mehr Lohn und eine wirkliche spürbare Arbeitszeitverkürzung
- Ausfinanzierung des Gesundheitswesens nach Bedarf und nicht nach ökonomischen Leistungspunkten
Dazu ist aber auch ein Umdenken in den Ländern notwendig, die für einen großen Teil der Finanzierung der öffentlichen Spitäler verantwortlich sind. Und auch im ÖGB muss es einen Paradigmenwechsel geben. Warum kann nicht endlich das Wort „Streik“ in den Mund genommen werden, um einen drohenden Kollaps des Gesundheitswesens in Österreich zu verhindern?
"Nur genug vorhandenes, hoch ausgebildetes Personal mit guten Arbeitsbedingungen rettet Leben in den Krankenhäusern! Wir brauchen endlich eine gute Finanzierung der Pflege - natürlich nicht nur - in den Spitälern!"
Patrick Kaiser (Intensivkrankenpfleger, GLB-Wien)

GLB Wien






