Heißer Herbst - Kollektivvertragsverhandlungen brauchen Kampf bis zum Streik!

Glb Wien • 26. Oktober 2023

Durch die profitgetriebenen Preissteigerungen erleiden breite Teile der Bevölkerung inzwischen Reallohnverluste. Dies bringt für die Beschäftigten Einbußen bei der Lebensqualität bis zur Armutsgefährdung im Niedriglohnsektor. Es ist für die Gewerkschaften an der Zeit, endlich auch rückwirkend gemeinsam echte Lohnsteigerungen zu erkämpfen!

In diversen Kollektivvertragsverhandlungen sind Forderungen nach der rollierenden Inflation (aktuell 9,2 Prozent) plus ein wenig mehr normal. Allerdings brauchen wir viel mehr, um die Gehaltseinbußen der letzten Jahre wieder halbwegs auszugleichen.


Dabei hat nicht nur die PRO-GE und GPA bei den Metallerverhandlungen die Sozialpartnerschaft scheinbar herausgefordert, indem sie mehr als nur eine Bettelerhöhung gefordert haben, selbst wenn es sogar von Unternehmerseite Verwunderung über die moderate Forderung gegeben hat. Auch der extrem unterbezahlte Handel will deutlich mehr für die Beschäftigten (aktuell 11%). Die Sozialwirtschaft Österreich (SWÖ) fordert für die Beschäftigten im privaten Sozial- und Gesundheitsbereich inzwischen 15% und damit einen halbwegs akzeptablen Ausgleich für die bereits bestehenden Reallohnverluste.


Die Gewerkschaften zeigen sich also zumindest ein bisschen kämpferisch, und das ist gut so. Demgegenüber stehen Angebote der Arbeitgeberseite, die auf keinen Fall akzeptabel sind. Die vielgelobte Sozialpartnerschaft ist angeknackst, es dominiert ein Klassenkampf von oben nach unten. An den Ergebnissen der Verhandlungen werden sich die Gewerkschaften messen müssen, klotzen, nicht kleckern ist angesagt!


Einmalzahlungen sind nicht akzeptabel und nachhaltig

Enorme Gewinne sowie Gewinnausschüttungen der Unternehmen und daraus folgende Preissteigerungen (auch lt. ÖNB) haben die explodierende Inflation maßgeblich mitgeprägt. Es gibt eine Profit-Preisspirale. Nun geht es bei den KV-Verhandlungen darum, zumindest rückwirkend für die Menschen, die diese Gewinne erarbeiten, Geld dauerhaft zurückzufordern. Angebotene Einmalzahlungen sind weder pensionswirksam, noch über die weitere Lohnarbeitslaufbahn nachhaltig.


Klassenkampf von oben, Forderungen von unten

Die Arbeitgeberseite ist auf Widerstand gebürstet, und geht auf die Forderungen - wenn überhaupt - nur mit lächerlichen Gegenangeboten ein. In den Medien wird Lohnzurückhaltung und Rezession propagiert. Der Klassenkampf passiert von oben, Reallohnverluste sollen durch Ablehnung zumindest der Inflationsabgeltung institutionalisiert werden.


Die Gewerkschaften reagieren mit Betriebsversammlungen und damit einer ersten Vorstufe zum Streik. Das ist gut so, muss aber wirklich durchgezogen werden. Eine Ausschöpfung der Kampfmittel der Beschäftigten bis hin zum wirklichen Streik ist notwendig. Wenn jetzt Schwäche gezeigt wird, und auf faule Kompromisse eingegangen wird, werden fortschrittliche Forderungen nie mehr verwirklicht werden können.


Unsere Forderungen gehen weiter

Wir stehen sowieso für Forderungen von unten: Für Fixbeträge, die vor allem geringeren Einkommen helfen. Eine allgemeine Erhöhung der Löhne um 750,- brutto monatlich würde zum Beispiel die Gehaltsschere im Kollektivvertrag der Sozialwirtschaft Österreich enorm verringern. Dafür argumentieren wir auch im Verhandlungsteam, wo der GLB vertreten ist. Außerdem müssen die Ist-Löhne und nicht nur die KV-Mindestlöhne dementsprechend erhöht werden. Dies alles gilt für den Handel, den Metallerbereich, den SWÖ etc.


Zudem wird eines vergessen: Außerhalb von Betriebsversammlungen und streikähnlichen Kundgebungen in der Privatwirtschaft wird im öffentlichen Dienst unter Ausschluss der Basisvertretung mittels veralteter Ausschüsse verhandelt. Dabei geht es um wichtige Dienste der Daseinsvorsorge wie die Bediensteten in öffentlichen Spitälern, Rettungsdienst, Pflegeheimen etc. Dies ist anachronistisch, es braucht eine neue Verhandlungskultur, damit dort neue Initiativen für Verbesserungen auch in diesen Bereichen erreicht werden können. Diese können sich dann vielleicht auch positiv auf die privaten Bereiche der Lohnarbeit auswirken.


Wir wollen mehr und sind kämpferisch!

Wir werden diese Entwicklungen nicht nur aktivistisch, durch mit uns verbundenen Betriebsräten, sondern auch durch einen Antrag in der AK-Vollversammlung Wien vertreten, in dem wir volle Unterstützung für alle betrieblichen Kampfmaßnahmen der Beschäftigten fordern! Notfalls muss eine Urabstimmung über Verhandlungsergebnisse sowie Lohnabschlüsse und darauf aufbauende weitere Arbeitskampfmaßnahmen folgen. Nur so kann gewerkschaftliche Interessenspolitik auch von und für die Basis weiter bestehen!


Zudem fordern wir unter anderem:

  • Einen gesetzlichen Mindestlohn von 2400 Euro nach Abzug von Steuern
  • Überstunden ab der ersten Stunde nach der Wochenverpflichtung als solche verrechnen
  • Und sowieso: Arbeitszeitverkürzung auf 30h pro Woche bei vollem Lohn- und Personalausgleich


Glück auf! Gemeinsam Kämpfen, gemeinsam Verändern!

Patrick Kaiser, Landesvorsitzender des GLB-Wien, AK-Rat und Personalvertreter im WiGeV (Klinikum Floridsdorf)

GLB Wien

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Diskutieren und Planen: Trotz Demonstrationen und Streiks gibt es im Sozialbereich KV-Abschlüsse, die wir als kämpferische Gewerkschaftsorganisation nicht gutheißen. Die., 17. 2 ab 18:30 im Werkl im Goethehof (1220 U1 Kaisermühlen).
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Sozialarbeit ist systemrelevant – aber noch immer unterbezahlt und zu wenig wertgeschätzt, wie der aktuelle SWÖ-KV-Abschluss zeigt. Viele Gehälter im SWÖ-Bereich liegen weiterhin deutlich unter dem Durchschnitt, während die Lebenshaltungskosten explodieren. Teilzeit, vor allem bei Frauen, ist oft keine Wahl, sondern Notwendigkeit – und reicht immer weniger zum Leben. Arbeitsverdichtung, Personalmangel und chronische Überlastung sind längst Alltag. Mit diesem KV-Abschluss wird es nicht gelingen, neue Kolleg:innen zu gewinnen oder das bestehende Personal zu halten. Eine weitere Arbeitszeitverkürzung wäre dringend nötig – für Gesundheit, Qualität und Zukunft des Sozialbereichs. Wir verstehen den Unmut über das Verhandlungsergebnis und fordern eine Urabstimmung des ÖGB. Gerade in solchen Situationen zeigt sich, dass wir kämpferische und solidarische Fraktionen in den Gewerkschaften brauchen. 👉 Jetzt nicht austreten, bei uns melden und gemeinsam kämpfen, gemeinsam verändern!
von Glb Wien 10. Januar 2026
Wir freuen uns über interessierte und kämpferische Lohnarbeitsabhängige Menschen! Sei dabei, diskutiere und plane mit uns konkrete Aktivitäten! Anschließend gemütliches Zusammensein. Offenes Treffen des GLB Wien: Thema: Branchenreporte und KV-Verhandlungen im Wissenschaftsbereich. Kurzer Input von GLB-Gewerkschafter:innen und anschließende Diskussion. Die., 20.1. ab 18:30 im Werkl im Goethehof (Schüttaustraße 1-39, 1220 Wien - U1 Kaisermühlen, 5 Minuten Fußweg - Gassenlokal mit Roter Eingangstüre am Goethehof)
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von Glb Wien 15. November 2025
Sozialabbau bedeutet Klassenkampf von oben. Das können wir so nicht mehr länger hinnehmen! Massive Einsparungen bei der Behindertenhilfe, der Sozialhilfe und in allen anderen sozialen Bereichen bringen Verelendung und soziale Probleme. Aber auch das Gesundheitssystem soll neoliberal kaputtgespart werden: Weitere 800 Betten in den Krankenhäusern Wiens werden eingespart, als Ersatz dafür soll es Telemedizin und privat geführte "Gesundheitszentren" geben.
von Glb Wien 11. November 2025
Am Freitag, den 14.11. präsentiert die Stadtregierung ein Budget, in dessen Rahmen etwa die Mindestsicherung für Kinder gekürzt und für subsidär Schutzberechtigte ganz abgeschafft werden soll. Quer durch den Sozialbereich werden Projekte eingestellt und Leute gefeuert, von der Drogen- und Suchthilfe bis zu Deutschkursen. Den Obdachloseneinrichtungen wird sogar das warme Mittagessen gestrichen. Alle jetzt schon angekündigten Kürzungen hier zu erwähnen würde den Rahmen sprengen, aber kurz lässt sich sagen: *Zehntausende Menschen sind durch dieses Budget akut von Armut und Elend bedroht* Auch im WiGeV soll gespart werden, nachdem dort bereits durch das aufgeschnürte Gehaltsgesetz massive Reallohnverluste, auch für die Pflege, real sind. In den anderen Bereichen der öffentlichen Daseinsvorsorge sieht es nicht anders aus, Mistkübler, Hausbetreuer:innen, Sozialarbeiter:innen, etc. Weitere Einsparungen sind in Planung. Wir wollen das nicht hinnehmen, *daher raus auf die Straße*. Wir werden bei der *Verkündung des Budgets der Stadt Wien* am *Freitag dem 14.11. ab 08:30 bei der Lichtenfelsgasse 2 (Rathaus)* der Stadtregierung richtig einheizen. Das wird nur der erste Schritt sein. Wir, das Bündnis SoWi_So - Solidarischer Widerstand gegen Sozialkürzungen , planen für die kommenden Monate weitere Aktionen, etwa eine Konferenz gegen die Kürzungen und Demonstrationen. Komm am Freitag, nimm alle mit die du kennst und die Zeit haben. Melde dich wenn du mit uns aktiv werden willst: sowiso.wien@gmail.com 
von Glb Wien 5. November 2025
Anlass für das Thema war das 100-jährige Jubiläum des Frauenreferats, gegründet von Käthe Leichter, damals wie heute mit der Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit. Die schwierige Vereinbarkeit von Lohnarbeit und Sorgearbeit gipfelt in der hohen Teilzeitquote bei Frauen. Dies ist kein privates, sondern ein systemisches Problem. Der GLB unterstützt die Gleichstellung, beispielsweise durch die Forderung nach guten Lohnabschlüssen. Unser Antrag gegen Nulllohnrunden und für eine aktive Lohnpolitik – was gerade in unterbezahlten Branchen Frauen helfen würde – wurde jedoch abgelehnt.